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78. Jahresversammlung der SGIM 2010

   
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Einladung zum SGIM-Finale

Einladung zum SGIM-Finale Freitag, 21. Mai 2010, 15.45–16.15 Uhr
Raum Singapore

 

Medizinische und andere Erfahrungen
aus Simbabwe

 

Chairperson: Ruedi Frey, Binz
Referent: Ruedi Lüthy, Harare ZW

 

Aids-Patienten in den Entwicklungsländern profitieren nicht annähernd von den Erfolgen der modernen antiretroviralen Therapie, die Patienten in den westlichen Ländern eine nahezu normale Lebenserwartung gewährt. Zudem haben es HIV und Aids trotz explosionsartiger Ausbreitung in der südlichen Hemisphäre nicht geschafft, die Aufmerksamkeit der Regierungen zu finden und diese zur Lancierung wirksamer Präventionsprogramme zu bringen.

 

Verärgert über diesen Missstand und bestärkt durch direkte berufliche Kontakte nach Afrika gab der HIV- und Aids-Spezialist Ruedi Lüthy vor sechseinhalb Jahren seine Professur an der Universität Zürich und eine gut laufende Praxis auf, um im Zentrum von Simbabwes Hauptstadt Harare eine ambulante Aids-Klinik aufzubauen. Deren Aufgabe ist bis heute, HIV-Patienten, die sich keine Hilfe leisten können, im Rahmen eines Behandlungsprogramms medizinisch und psychosizial zu betreuen. In der 70000-Einwohner-Stadt Harare sind, ähnlich wie im restlichen Simbabwe, rund 25% der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Wöchentlich sterben in Simbabwe mehr als 2000 Menschen an den Folgen von Aids.

 

Die von Ruedi Lüthy bis heute geleitete Aids-Klinik zügelte 2008 an den Stadtrand von Harare, wo ihr eine mehr als doppelt so grosse Kapazität zur Verfügung steht. Die 30 ausschliesslich einheimischen Mitarbeiter der «Newlands Clinic» – Ärzte und Pflegende – betreuen derzeit rund 2700 ambulante Patienten, ein Drittel davon Kinder. Die zum Grossteil aus Schweizer Spenden finanzierte Klinik ist gleichzeitig Kindergarten, Schule, Physiotherapieeinheit, Zahnarztpraxis und Lebensmittelabgabestelle. Mit zwei mobilen Kliniken fahren gut ausgebildete Krankenschwestern täglich in die Aussenbezirke von Harare. Der Therapieerfolg gibt Ruedi Lüthys Konzept recht: Bei über 90% der Aids-Patienten wird eine Verbesserung des Gesundheitszustands erzielt.

 

Im Sinne eines Multiplikator-Effekts wurde 2009 ein Ausbildungsprogramm für Krankenschwestern gestartet. Hierdurch werden an der Newlands Clinic jährlich 100 Pflegende aus allen Spitälern des Landes in Sachen Patientenaufklärung geschult, darunter in der Handhabung und disziplinierten Einnahme der HIV-Medikamente sowie zum Thema Prävention und Hygiene. Ruedi Lüthy investiert ausserdem viel Zeit und Energie in die Ausbildung seines eigenen Personals. Dies, damit die Klinik auch in seiner Abwesenheit funktioniert. Denn der gefragte Infektiologe ist häufig in der Schweiz – etwa um Abstand zu gewinnen, um seine Funktion als Stiftungsrat in der von ihm gegründeten Swiss Aids Care International wahrzunehmen, oder um Vorträge zu halten. Umso mehr freut es uns, dass wir Ruedi Lüthy als Referenten für das SGIM-Finale gewinnen konnten. In seinem Vortrag wird er uns von seinen reichen Erfahrungen zu Komplexität, Konsum und Kosten in Simbabwe berichten und die SGIM Jahresversammlung 2010 mit einer hoffnungsvollen Note beschliessen.